Schlagwort-Archive: Krippe

Ende der Krippenzeit

Nun ist es soweit. Unsere beiden sollten ja eigentlich schon zum ersten Januar  2016 die Krippe verlassen, dank der Flexibilität der Erzieher in unserer privaten Einrichtung, konnten sie noch bis zum ersten April bleiben. Was nehme ich mit aus dieser Zeit?

Es war ja eine sehr kleine Krippe mit 10 Kindern und wir haben ja schon 2 Kinder. Zu Beginn der Zeit merkten wir sehr schnell, dass unsere beiden enorme Fortschritte machten. Sei es beim Spielen, Puzzeln, Laufen oder Sprechen. Wir merkten auch, dass sich die Erzieher sehr viel mit den Kindern beschäftigten.

Unser Tag begann morgens um halb 6, wir standen beide zusammen auf, machten uns fertig und tranken gemütlich einen Kaffee. Nebenbei bereiteten wir für die Kinder eine Flasche Kakao zu und um 6 Uhr in der Früh weckten wir sie sanft. Das erste Wort jeden morgen war ein lautes KAKAKAO. Am Anfang gaben wir ihnen die Flasche und ließen sie erst einmal in Ruhe austrinken, das Wickeln und Anziehen danach war eine Katastrophe. So probierte ich es, die Kinder zu wickeln während sie tranken. Wenn ich es schaffte das Kind auszuziehen, zu waschen und zu wickeln bevor es den Kakao ausgetrunken hatte, war ich der Gewinner. Meine Frau tat das Gleiche mit dem anderen und es funktionierte. So begann eigentlich jeder Morgen ziemlich ruhig und friedlich.

Zusammen gingen wir alle um 6:30 Uhr aus dem Haus. Meine Frau nahm die Kinder mit zur Krippe, während ich zur Arbeit fuhr. Gegen 16.30 Uhr holte ich sie wieder von der Krippe ab. Es funktionierte das ganze Jahr über problemlos.

Es gab in der Krippe 6 Erzieher. Einige waren in Teilzeit und einige in Vollzeit angestellt. Unsere Kinder mochten wirklich jeden einzelnen Erzieher. Auch wir mochten alle Erzieher. Alle waren immer  sehr zuvorkommend und halfen meiner Frau Morgens mit den Kids und mir Abends beim anziehen der Kinder. Auch einen Spaziergang am Abend, weil die Kinder es noch wollten, machten die Erzieher und ich gerne mit. Wir freundeten uns richtig an und man merkte, dass sich alle beide pudelwohl dort fühlten, was uns sorgenfrei arbeiten ließ.

Unsere Kinder lernten Laufen, Sprechen und halfen sich in schwierigen Situationen gegenseitig. Selbst das putzen und aufräumen lernten sie. Es harmonierte mit unseren Erziehungsmethoden und es war auch in dieser Hinsicht eine große Hilfe für uns.

Nach und nach gingen die großen Kinder und unsere Beiden wuchsen heran. Das Jahr verging wahnsinnig schnell und zum Ende des Jahres 2015 waren sie nun die Ältesten in der Krippe. Da wir weder Kitaplatz noch Tagesmutter organisieren konnten, bat uns die Krippe an, unsere beiden noch bis April weiter zu betreuen. Unseren Beiden gefiel es  und auch den Erzieherinnen war es recht. Wir konnten uns damit etwas Zeit für die Suche einer Tagesmutter zur Überbrückung schaffen. Dafür noch einen großen Dank!!!

So langsam kam auch der April immer näher und wir merkten, dass unsere Kinder zu alt für die Krippe wurden. Unsere Beiden halfen mit beim aufräumen und waren auch sonst sehr fürsorglich. Am letzten Tag hat meine Frau noch einen Kuchen gebacken und verbrachte noch den Morgen mit in der Krippe. Die Abholung am Abend fiel den Erziehern sichtlich schwer, aber auch mir. Wir bekamen ein großes Gruppenfoto und ein Fotobuch. Da war sogar ich den Tränen nahe. Unsere Kinder drückten die Erzieher und man merkte es ihnen an, dass es auch ihnen schwer fiel aber sie doch irgendwie gespürt haben, dass es jetzt zu Ende geht. Die Kinder sind den Erziehern sehr ans Herz gewachsen und umgekehrt auch.

Meine Frau und ich möchten auf diesem Wege noch einmal ein großes Danke dafür sagen, dass die Kinder sich so wohl dort fühlten und das ihnen spielerisch viel beigebracht wurde. Am meisten Dank natürlich für den liebevollen Umgang mit unseren Kindern. Jeden Tag freuten sie auf den Krippenbesuch und es gab in über einem Jahr nicht eine Hand voll Geschrei, dass wir sie morgens abgeliefert haben.

Einen großen Dank also an das Zwergenland. Wir werden euch wirklich sehr vermissen und kommen euch ganz bestimmt bald besuchen.

 

 

Hurra, wir haben EINEN Kitaplatz!!!!

Der Haken daran ist, dass wir 2 Kinder haben. Uns hatte man zum August hin einen Kitaplatz angeboten. Wir blickten uns ratlos in die Augen und wussten wirklich nicht, was wir davon halten sollten. Sollten wir jetzt wirklich ein Kind zur Kita bringen und für das zweite eine Tagesmutter suchen? Das kam überhaupt nicht in Frage. Unsere beiden sind unzertrennlich und dass soll auch so bleiben. Dadurch, dass wir den Krippenplatz um 4 Monate verlängert bekommen hatten, war ja auch noch Zeit etwas geeignetes zu finden. Wir gingen also zum Jugendamt und suchten Adressen von Tagesmüttern im erweiterten Kreis unserer Region heraus. Leider blieb da auch nur noch eine übrig. Nun gut, vielleicht ist sie ja gut.
Wir fuhren also 20 km, um uns eine Tagesmutter anzusehen, wir klingelten und als die Tür sich öffnete, kamen 3 große Labradore heraus. Wir dachten es sei nur „Versteckte Kamera“, dem war aber leider nicht so.
Frustriert gingen wir hinein und schauten uns alles an. Ich mag Hunde wirklich gerne und finde es auch toll, wenn unsere beiden mit einem Hund spielen dürfen. Aber den ganzen Tag in einem Zimmer oder beim spazieren gehen mit 3 solch großen Hunden? Ich könnte nicht ruhig arbeiten. Lieber bleibe ich arbeitslos und ohne Geld zu Hause, als meinen Kindern so einer Gefahr auszusetzten, auch wenn es sehr liebe Hunde sind.

Wieder einmal sind wir ratlos. Wir holten uns einen Termin beim Kinderschutzbund. Wir wollten über diesen Weg versuchen, einen Kitaplatz oder eine Tagesmutter im Kreis meines Arbeitsplatzes zu suchen.

Endlich hatten wir jemanden gefunden, bei dem wir uns kompetent und gut beraten fühlten. Sie klärte uns über unsere Rechte auf (unter anderem auch, dass wir nur einen gesetzlichen Anspruch auf einen Teilzeitplatz hätten). Sie gab uns Empfehlungen und Adressen von Tagesmüttern direkt in der Stadt, in der ich arbeite und erklärte uns, dass wir darüber sofort mit dem Jugendamt sprechen sollten, ob sie denn überhaupt die Kosten übernehmen.

Hier in Rheinland-Pfalz, gibt es ab dem zweiten Lebensjahr, keine Kitagebühren. Die Kitas sind also beitragsfrei, vorrausgesetzt man bekommt einen Kitaplatz.

Wir informierten das Jugendamt über unser Vorhaben und sie zeigten Verständnis für unsere Lage. Sie boten uns an, dass sie uns genauso unterstützen, wie sie es mit der Krippe getan hatten. Das heißt also weiterhin, dass wir 330 €/Kind an das Jugendamt bezahlen und dafür übernehmen sie weiterhin 4€ pro Std/Kind. Was hatten wir also für eine Wahl? Hätten wir also einen Vollzeit Kitaplatz bräuchten wir gar nichts bezahlen. Klingt für mich alles ein wenig konfus.

Wir nahmen an und suchten am darauffolgenden Tag nach einer passenden Tagesmutter. Ich telefonierte alle Tagesmütter ab, es waren 4 an der Zahl und machte für die darauffolgende Woche, an jedem Tag einen Termin aus. Meine Frau musste von Montag bis Donnerstag die Kinder abholen und wir trafen uns zusammen bei der jeweiligen Tagesmutter. Es war wirklich stressig.

Von den Tagesmüttern die wir dort gesehen hatten, waren wir beide von allen sehr begeistert. Jede hat einen wirklich sehr guten Eindruck hinterlassen und so entschieden wir uns für die Tagesmutter, die auf dem Weg zur Arbeitsstelle lag und am kostengünstigsten war, denn jeder Cent der über die 4 € ging müssen wir ja komplett selbst übernehmen und das kann sich bei 2 Kindern ganz schnell summieren.

Endlich haben wir unsere  Kinder, ab April 2016  gut unter und wir müssten uns diesbezüglich keine Sorgen mehr machen, wäre da nicht unsere tolle Gemeinde.

Sie boten uns ganz plötzlich zum April zwei Vollzeit Kitaplätze an. Toll dachte ich erst, denn unsere Kitas haben auch von 07 – 17 Uhr geöffnet, das ist eigentlich perfekt, wäre es denn den Kindern zumutbar!!!?

Da war er wieder, der Haken. Wir dürfen unsere Kinder nur 7h Stunden z.B. von 08 – 15 Uhr zur Kita bringen,  das Jugendamt empfielt nur 7h täglich für unter 3 jährige, denn mehr wäre nicht zumutbar. Mann nennt es hier „Berliner Modell“. Sollen wir jetzt unseren Arbeitgebern sagen, dass wir nur noch nach dem „Berliner Modell“ arbeiten können? Wir entschieden uns, dass Geld zu bezahlen und die Kinder bei der Tagesmutter zu lassen, damit wir weiterhin unserer Arbeit nachgehen können. Auch wenn es sich finanziell nicht lohnt, so möchten wir doch ein Vorbild für unsere Kinder sein und ihnen keine Arbeitslosigkeit vorleben.

Ich hoffe, dass wir eine totale Ausnahme und ein absoluter Einzelfall sind, denn wenn nicht muss ich leider sagen, dass der Staat in vielen Jahren versagt hat und sich über die  schwindenden Fachkräfte nicht wundern muss. Für uns hoffe ich, dass wir nach 2 Jahren Kampf und Krampf endlich eine Lösung gefunden haben, auch wenn sie erstmal nicht optimal ist.

Wir sind sehr gespannt, ob wir ab 3 Jahren zwei Kitaplätze bekommen, die dann voll Vollzeit sind.

Euer Sven

 

Behörden und andere Schwierigkeiten

Seit einem halben Jahr gehen unsere 2 in die private Krippe und wir sind wirklich glücklich damit. Die Kinder haben Spaß und lernen auch unglaublich viel. Leider nimmt diese Krippe die Kinder nur bis zum zweiten Lebensjahr, da die Kinder dann zu alt werden und nicht mehr gut genug gefördert werden können, was ich wirklich gut nachvollziehen kann.

Zu unserem Glück besteht ab dem zweiten Lebensjahr eine gesetzliche Pflicht für einen Kitaplatz, was zu unserem Pech noch lange nicht bedeutet, dass wir den auch bekommen. Ein halbes Jahr hätten wir noch Zeit, fragten aber dennoch vorsichtig nach, wie unsere Chancen stehen, einen Kitaplatz zu bekommen. Da wir einen privaten Krippenplatz haben und uns nicht weiter gemeldet hatten, wurden wir aus der Liste herausgenommen in der Annahme, dass wir keinen Kitaplatz mehr brauchen, so unsere Gemeinde.

Jetzt waren wir geschockt, wir müssen also unsere Kinder komplett neu anmelden und stehen in der Warteliste wieder ganz hinten. Wir verstanden die Welt nicht mehr, suchten 2 mal den Bürgermeister auf. Er versprach uns sich darum zu kümmern und sich dann bei uns zu melden. Leider meldete er sich nicht. Auf Nachfrage meinte er, er hätte die falsche Nummer. Die Sekretärin teilte uns dann mit, dass wir nur noch mit Termin vorbei kommen sollten. Ein Anruf und frage nach einem Termin kam dann die Antwort, er ist im Urlaub. 2 Monate später das gleiche Spiel. So nahmen wir uns eine Anwältin zu Rate. Wir suchten einen Anwalt für Familienrecht, doch Kita-Angelegenheite laufen grundsätzlich unter dem Verwaltungsrecht.

Unser Anwalt pochte darauf, dass wir einen Anspruch haben auf einen Vollzeitplatz. Er kontaktierte das zuständige Jugendamt und unserem Bürgermeister, etwas Schriftliches bekamen wir nicht. Ich versuchte ihn anzurufen, war aber kaum zu erreichen. Wir zweifelten nicht nur, sondern langsam verzweifelten wir. Ich suchte Rat beim Kinderschutzbund, die uns dann über die gesetzliche Lage in Rheinland Pfalz kompetent aufklärte und dies entsprach nicht dem, was unser Anwalt uns gesagt hatte. Ich war sauer, versuchte unseren Anwalt zu kontaktieren, leider ohne Erfolg. Zur gleichen Zeit hatte meine Frau einen Termin beim Jugendamt, wo sie erfuhr, dass das Jugendamt nie etwas von unseren Anwalt gehört hatte. Ich war sauer.

Da ich ihn am Telefon nicht erreichte, fuhr ich also in ihre Kanzlei. Natürlich war niemand vor Ort, so ging ich zu seiner privaten Wohnung. Ich klingelte und ein Mann kam heraus. Freundlich erkundigte ich mich, ob ich denn mit unseren Anwalt sprechen könnte, woraufhin er mir sagte, er sei nicht da. Natürlich nicht. Auf dem Rückweg rief ich in seiner Kanzlei an und sprach auf seine Mailbox, dass ich seinen Rückruf erwarte oder ich mich gezwungen sähe, ihn bei der Anwaltskammer zu melden. Eine Woche später kam ein Brief von unseren Anwalt, in dem stand, dass er alles nach bestem Gewissen getan und uns den Schriftverkehr geschickt hätte. Nur bekommen hatten wir leider nichts. Der nächste Absatz war noch besser, wo zu lesen war, dass ich Anrufe und Besuche in seiner privaten Wohnung unterlassen solle, da er sich dadurch bedroht fühlte. Wir fielen vom Glauben ab.

Kurze Zeit später, bekamen wir eine Zusage für die Kitaplätze, allerdings nur Teilzeit. Die Zeiten wären dann von 08 – 12 Uhr, wir müssten sie dann abholen und könnten sie dann von 14 – 16 Uhr wieder hinbringen. Wir arbeiten beide von 07:00 – 16:30 Uhr, eine Tagesmutter war für zu überbrückende Zeit auch nicht in Sicht, so resignierte ich und beschloss, mich arbeitslos zu melden. Aber mit einem Teilzeit-Kita-Platz bekommt man auch nur Teilzeit-Arbeitslosengeld, da man dem Amt nicht jederzeit zur Verfügung steht.

In der darauffolgenden Woche ging ich also zum Arbeitsamt und suchte das Gespräch. Ich fühlte mich unwohl. Ich meldete mich an der Anmeldung und registrierte mich. Anschließend ging es dann weiter ins nächste Abteil. Ich erzählte der Mitarbeiterin alles, worauf sie die Leiterin des Amtes holte. Nun wurde ich erst einmal aufgeklärt, dass ich das Arbeitslosengeld nicht komplett bekomme, sondern nur für die Zeit, in der meine Kinder einen Platz in der Kita hätten. Zudem würde ich eine dreimonatige Sperre bekommen, da keine vorhandene Kinderbetreuung kein triftiger Grund wäre, um seine Arbeit aufzugeben!!! Ich fragte sie natürlich was ich denn in der Zeit mit den Kindern machen sollte, worauf sie natürlich keinen Rat wusste. Das ganze Gespräch lief ruhig und sachlich ab, so konnte ich es den Mitarbeiterinnen anmerken, dass es ihnen wirklich leid tat, aber sie so handeln mussten.

Verzweifelt fragten wir nun bei unserer Krippe nach, ob wir den jetzigen Platz nicht noch ein wenig verlängern könnten. Sie waren so kulant und freundlich und verlängerten die Plätze um weitere 4 Monate. Die Teilzeitplätze der Kita mussten wir absagen, da es wirklich keinen Sinn machte. Zudem wollten wir unseren Kinder nicht zumuten, die 2h Teilzeitunterbrechung, noch bei einer Tagesmutter verbringen zu müssen. Das man die Kinder an einem Tag 4 mal hin- und herschiebt, kann ja auch nicht im Sinne des Erfinders sein! Wenigstens konnten wir ein wenig Zeit herausschlagen, um einen geeigneten Platz für unsere Kinder zu finden, ob das dann klappte, könnt ihr im nächsten Beitrag lesen.

Euer Sven

Abenteuer Tagesmutter

Vom Jugendamt bekamen wir einige Adressen von Tagesmüttern. Wir beide sind diesbezüglich etwas skeptisch. Klar, in der Kita oder Krippe vertraue ich unsere Kinder auch wildfremden Menschen an, aber bei einer Tagesmutter vertraue ich meine Kinder nur einer wildfremden Person an. Was ist wenn die Tagesmutter krank wird? Wieviel Urlaub hat eine Tagesmutter? Was kostet eine Tagesmutter? Es waren wirklich einige Fragen, die wir hatten.

Wenn die Tagesmutter krank ist, dann hat man halt Pech, manch andere Tagesmutter kooperiert mit anderen Tagesmüttern, so ergibt sich meist eine Lösung. Urlaub hat eine Tagesmutter so viel, wie ein normaler Arbeitnehmer auch. Da sollte man sich zu Beginn des Jahres absprechen. Die Kosten für Tagesmütter sind unterschiedlich. Manche nehmen 6 € pro Stunde/Kind, manche nehmen 4 € die Stunde/Kind. Hier in Rheinland-Pfalz ist es so, dass wir einen bestimmten Betrag ans Jugendamt zahlen ( der vom monatlichen Einkommen abhängig berechnet wurde) und das Jugendamt übernimmt dann 4 € h/Kind.

Da wir eine Betreuungszeit von 10 Stunden pro Tag benötigen, war auch der Beitragssatz dementsprechend hoch und so lagen wir bei über 300 € pro Kind. Jetzt kommt unser Zwillingsbonus dazu, das heißt, dass wir Einkommensunabhängig den Beitrag 2x zahlen müssen. Es sind ja schließlich auch 2 Kinder. Dafür übernahm das Jugendamt also 2 mal 4€ pro Stunde. Wie ich schon sagte, kann es sein, dass die Tagesmütter teilweise mehr als 4€ pro Stunde nehmen. Diese Mehrkosten müssen wir natürlich selber tragen, genauso wie die Verpflegungskosten, die dann wiederum direkt an die Einrichtung/Tagesmutter bezahlt werden muss. So waren wir bei unseren Zwillingen mal ganz schnell bei knapp 900€ monatliche Kosten.

Bei uns würde es eigentlich heißen, dass ich mit 1 Jahr Arbeitslosengeld besser fahren würde. Das Problem dabei war, dass ich gar kein Arbeitslosengeld bekommen würde, da ich meine Kinder betreuen müsste und somit dem Arbeitsamt nicht zur Verfügung stehe. Hätte ich also einen Krippenplatz oder einen Kitaplatz, würde ich auch Arbeitslosengeld bekommen. So hatten wir also keine andere Wahl, als diese hohe Summe monatlich aufzutreiben. Ein Irrsinn.

Eine Tagesmutter zu finden war nicht schwer, eine gute zu finden dagegen sehr. Die Erste konnte Mittwochs nicht, die Zweite war nicht zu erreichen und die Dritte konnte kein Deutsch. Also im nächsten Ort weiter geschaut. Die guten Tagesmütter waren meist voll und es war wirklich ein Krampf. Knapp einen Monat vor Ende der Elternzeit wurden wir fündig. In 20km Entfernung fanden wir eine kleine, private Krippe, die sich unseren beiden Kids annahm. Wir nahmen den Platz an und unsere Kinder waren für 1 weiteres Jahr sehr gut betreut. Die Erzieher sind wirklich super und unsere beiden lernen dort wirklich viel und gehen immer voller Begeisterung hin. Wir Eltern sind morgens ganz schnell abgeschrieben. Das fällt einem schon schwer, ist aber schön zu sehen, dass es den beiden so sehr gefällt.

Für die Kitaplätze sind sie weiterhin angemeldet geblieben, dachten wir jedenfalls, aber das ist eine andere Geschichte.

Euer Sven

Abenteuer Krippenplatz

Ein Kind ist teuer, 2 Kinder sind doppelt so teuer. Ich denke das wissen alle Eltern. Unser Problem ist, dass unsere Verwandten (Omas, Opas, Tanten, Onkel, etc.) nicht hier leben, sondern in 600km Entfernung. Bevor wir die Zwillinge bekommen haben, arbeiteten wir beide in Vollzeitanstellung und wir wollten / müssen, auch nach der Elternzeit beide wieder arbeiten, um unseren Kinder ein anständiges und schönes Aufwachsen zu ermöglichen.
Wir beide stammen aus der Altmark in Sachsen Anhalt und leben heute in der wunderschönen Pfalz. Wir gingen früher in die Kinderkrippe und etwas später auch in den Kindergarten und haben ihn in bester Erinnerung. So stand für uns fest, dass auch unsere Kinder in die Krippe gehen. Auch aus finanziellen Gründen bleibt uns keine andere Möglichkeit, als die Kinder in die Krippe zu geben, auch wenn es uns oft schwer fällt. Also meldeten wir die Kinder, direkt nach der Geburt, in allen verfügbaren Krippen (3 an der Zahl) an. Gleichzeitig meldeten wir sie auch für die Kitaplätze, ab 2 Jahre (dem 3ten Lebensjahr), an.
Mit einem guten Gefühl warteten wir nun also auf die Plätze, es passierte aber leider herzlich wenig. Im Januar angemeldet warteten wir bis Juli und ich fing langsam an nervös zu werden, dachte mir aber es wird schon klappen. Eine Auskunft gab es für uns leider noch nicht. Also warteten wir bis Ende September und jetzt wurden wir richtig nervös. Niemand meldete sich, also fragten wir überall nach und es gab eine Absage nach der anderen. Jetzt standen wir fassungslos da, hatten wir doch nur noch 3 Monate Elternzeit. Panisch suchten wir Kontakt zu einem Anwalt, um uns mehr Einblick in die Rechtslage zu verschaffen und auch um bei den entsprechenden Instititionen Auskünfte zu bekommen. Leider stellte sich im Nachhinein heraus, dass dieser Anwalt uns völlige Fehlinformationen gab, aber dazu später mehr.
Letzendlich empfahl man uns Tagesmütter im Ort, ob damit die Geschichte gut ausgeht werdet ihr im nächsten Beitrag „Abenteuer Tagesmutter“ lesen.

Krippe und Kitaplatz

Ich könnte jetzt einen Beitrag über dieses Thema schreiben, der wäre aber so lang, dass ihn wahrscheinlich keiner lesen würde. Also starte ich eine Reihe mit kurzen Beiträgen. Ihr habt dann nicht auf einmal so wahnsinnig viel zu lesen und ich muss keine 300 Seiten auf einmal schreiben.
Worum wird es gehen?
Wir kämpfen schon seit 2 Jahren um zwei Kitaplätze, die wir, oh Wunder, auch gleichzeitig benötigen! Hier entsteht eine Reihe von den Abläufen, Gesetzen und der Wahnsinn den wir erleben / erlebt haben. Ob wir letzendlich einen Platz bekommen haben, werdet ihr heute noch nicht erfahren, es soll ja spannend bleiben. Es ist auf jeden Fall verrückt und abenteuerlich. Ich versuche die Beiträge kurz zu halten, euch aber nichts vorzuenthalten.
Wir wünschen euch viel Spaß mit dieser Reihe und hoffen, dass es euch nicht so ergehen wird.
Euer Sven