Koh Phangan

Am nächsten Morgen gingen wir es ruhig an. Wir schliefen aus, gönnten uns ein ausgiebiges Frühstück bis wir dann zur Fähre liefen. Wir kauften ein Ticket für die Überfahrt, mussten allerdings noch 2 Stunden warten bis die Fähre eintraf. Wir setzten uns an eine Bar direkt am Pier und entspannten. Wir stiegen auf die Fähre, setzten uns vorne auf dem Oberdeck und erlebten eine tolle Überraschung. Wir trafen die deutsche Touristin wieder, die wir auf der Schnorcheltour kennengelernt hatten. Wir setzten uns alle drei zusammen und plauderten wie aus dem Nähkästchen. Die Fähre fuhr angenehm langsam, sodass ich endlich mal ein wenig von der Tierwelt erleben konnte. Delfine haben wir leider nicht gesehen, dafür sind fliegende Fische neben unserer Fähre nebenher geflogen und Barracudas sprangen ständig auf und ab. Es war fantastisch.

Fähre nach Koh Phangan
Fähre nach Koh Phangan

In Koh Phangen trennten sich unsere Wege leider wieder. Wir wollten zum Bottle Beach und unsere nette Begleiterin hatte einen anderen Strand im Visier. Zum Bottle Beach zu kommen war gar nicht so einfach. Wir fuhren auf der Ladefläche eines Pickups mit, bis zu einem kleinen Bootsanleger. Dort stand ein Longtail Boot, welches schon bereit stand. Wir warteten noch eine weitere halbe Stunde auf weitere Touristen, die dann aber ausblieben. So fuhren wir rüber. Angekommen am Bottle Beach begegneten wir einem Strand der Einsamkeit. Wir sahen erst einmal niemanden, aber es standen eine Reihe von Bungalows direkt am Strand. Sie waren nicht so schön wie auf Koh Tao, aber sie waren direkt am Strand und wenn man morgens die Fensterläden öffnete, erblickte man direkt das Meer. Eine bessere Lage kann es nicht geben. Hinter dem Strand war nur Wald. Wir gingen ein wenig spazieren und genossen die Ruhe. In unserer Bungalowreihe gastierte noch ein Australier, ein komischer Kauz. Das war es dann aber auch schon mit Gästen. Wir entspannten den ganzen Nachmittag und Abend lang, stellten für uns aber fest, dass es zu ruhig war. Ich schaute auf eine Karte und fand einen Weg, 7km durch den Wald zum nächsten Strand. Der Weg schien ganz gut zu sein, leicht sandig aber gut zu laufen. Wir beschlossen am nächsten morgen bis zum nächsten Strand zu wandern. Gegen 23 Uhr machten wir es uns dann in unserer Hütte gemütlich, wir schliefen ein bis der Strom ausging. Nachdem der Ventilator also nicht mehr funktionierte, war es auch mit den Schlaf vorbei. Die Hitze war unerträglich. Leider fiel der Strom desöfteren aus, so dass wir wirklich schlecht geschlafen hatten.

Die rechte Hütte war unsere
Die rechte Hütte war unsere
Unser Bett
Unser Bett
Hinter unseren Strand
Hinter unserem Strand
Unser Strand
Unser Strand

Am nächsten morgen frühstückten wir gut, besorgten anständig Wasserflaschen, packten unsere Sachen und wanderten los. Ein Thai sah uns verwundert an und fragte wo wir hin wollen „Wir wollten zum Thong Nai Pan Yai Beach“ erwiederten wir ihm. Er fragte ob er uns fahren solle, wir bedankten uns herzlichst und sagten, dass wir gerne dorthin wandern würden. Wirklich? Fragte er und beginn an zu schmunzeln. Wir dachten uns nichts dabei…  so gingen wir also los.

Der erste Kilometer war überhaupt kein Problem. Wir gingen gemütlich den Weg entlang und horchten den Lauten des Dschungels. Eine tolle Geräuschskulisse. Danach wurde es schwieriger. Es ging bergauf. Die Hitze wurde auch immer schlimmer. Ständig hielten wir an und tranken einen Schluck Wasser. Umso weiter wir gingen, desto steiler wurde der Weg. Ich schaute mir die Karte genauer an und dann sah ich diesen Berg eingezeichnet. Plötzlich kam wie aus dem Nichts ein Pickup mit Thais vorbei, die fragten uns ob wir mitfahren wollten. Wir waren ehrgeizig genug, bedankten uns und liefen weiter. Jetzt wurde der Weg nicht nur steiler, sondern auch schlechter. Mittlerweile quälten wir uns den Weg entlang und das Wasser nahm sein Ende. Da kam der Pickup mit Thais zurück und fragten uns ob wir nicht doch mit wollten. Wir nahmen dieses Angebot dann dankbar an.Die Fahrerin fuhr kurz seine Mitfahrer weg, während wir uns ein schattiges Plätzchen suchten und warteten. Es dauerte nicht lange bis sie wieder kam. Dankbar gaben wir ihr 200 Baht und wir sprangen auf der Ladefläche. Wir genossen die Fahrt und fragten uns, wie wir nur so bescheuert sein konnten und bei 40 Grad und 90 Prozent Luftefeuchte durch Urwald und Gebirge zu wandern, mit Gepäck!!! Wir erreichten den Strand und waren der Fahrerin sehr dankbar.

Als Erstes brauchten wir eine Unterkunft. Wir gingen einmal den Strand auf und ab und entschieden uns für eines der Bungalows in der Mitte des Strands. Es war etwas belebter als der Bottle Beach aber trotzdem noch recht einsam. Die perfekte Mischung.
Nachdem wir also komplett durchgeschwitzt einen Bungalow gefunden hatten, war der erste Weg ins Meer. Eine Abkühlung war es nicht unbedingt, trotzdem war es sehr angenehm.  Zwei Touristinnen paddelten gemütlich auf ihren Luftmatratzen nebenher und schmunzelten, da ich mich über das Wasser beschwerte. Es piekste überall am Körper, dass war aber fast überall so. Jemand erzählte mir, dass es sich hierbei um eine  Planktonart handelt, die bei Hautkontakt so pieksen würde. Da ich es nicht besser wusste, ließ ich es mal so stehen. Wir kamen mit den 2 Touristinnen sehr schnell ins Gespräch und verstanden uns auf anhieb super. Wir gammelten jetzt also zu viert am Strand rum. Ich wollte was unternehmen, drum ging ich in den nächsten Angelshop und wollte für mich eine Fishing Tour buchen. Er sagte ich solle am nächsten morgen wieder kommen. Nun gut, dann eben erst morgen. Am nächsten Morgen machte ich mich direkt nach dem Frühstück auf zum Angelshop. Leider war dieser noch geschlossen. Nun gut.

Zu Hause hatten wir im TV eine Auswanderer Doku gesehen, in der sich ein Paar die Mühe gemacht hatte, eine Bar auf Koh Phangan zu eröffnen. Die beiden waren so symphatisch, dass wir die Bar besuchen wollten.  Ich besorgte uns eine Karte von der Insel und wir fanden sie tatsächlich ziemlich schnell. Die Bar befand sich auf der anderen Seite der Insel, also mieteten wir uns zwei Roller und so fuhren meine Frau und ich gemütlich los.

Unsere Roller
Unsere Roller

Die Strassen waren teils eine Katastrophe, aber wir fuhren langsam und genossen die traumhafte Landschaft. Mit dem Linksverkehr hatten wir beide so unsere Problemchen, aber wir sind immer unfallfrei geblieben. Zuerst fuhren wir in die Stadt. Wir hatten wieder Lust auf leckeres Essen vom Markt. Anschließend fuhren wir weiter bis wir schließlich unser Ziel erreichten. Die Bar gab es also wirklich und sie sah auch noch so aus wie im Fernsehen. Ich war aufgeregt wie ein kleines Kind. Die Besitzerin war sogar vor Ort, sie setzte sich an unseren Tisch und wir erzählten wirklich lange. Sie war sogar noch netter als im Fernsehen.

Sunset Pearl Bar
Sunset Pearl Bar
Eine wirklich tolle Bar
Eine wirklich tolle Bar

Anschließend fuhren wir zu unserem Strand zurück, wo uns noch ein Schulfest erwartete. Wir gingen gemeinsam mit den 2 Touristinnen mit und setzten uns zusammen an einen Tisch, wo schon eine kleine deutsche Familie saß. Auch mit der Familie verstanden wir uns alle sofort prima. Das Schulfest hingegen, war alles andere als dass, was ich mir unter einem Schulfest vorgestellt hätte. Es war zwar nur eine Grundschule, aber es wurde alles geboten was eine gute Feier braucht. Hinter uns saß eine Gruppe von jungen Thais, die ganz gut englisch konnten und sogar ein wenig deutsch. Wo auf der Bühne, am Anfang noch, kleine Kinder gesungen hatten, gab es später eine Travestieshow. Getränke gab es aus der Bierbon mit Zapfhahn. Die Party ging bis in die Morgenstunden. Es wurde viel erzählt, getanzt, gelacht und getrunken. Eine wirklich gelungene Feier.

Am nächsten morgen oder eher mittag lag ich mit Kopfschmerzen in der Hütte. Meine Frau war wesentlich fitter als ich und ging am Strand spazieren. Plötzlich krachte und polterte meine Frau hinein und schrie ich soll sofort zum Strand. Ein Rochen schwimmt am Strand entlang. Ich zögerte nicht, sprang auf, stolperte und fiel gegen die Wand, die mein Gewicht nicht halten konnte und wir somit ein Loch in der Wand hatten. Egal… ich lief also zum Strand und sah tatsächlich diesen Rochen. Unglaublich wie nahe so ein Tier am Strand entlang schwimmt.

Rochen am Strand
Rochen am Strand

Die nächsten Tage waren sehr ruhig und entspannend. Ich lief zwar ständig vergebens in den Angelshop um eine Fishingtour zu buchen, sonst taten wir nicht viel. Wir gammelten mit den 2 deutschen Touristinnen am Strand, gingen zwischendurch zur Massage und genossen unser Essen am Strand. Die Geschäfte hatten teilweise geschlossen. Sie nannten es Hangover Days und die Hangover Days haben sie nach jedem Schulfest, so auch leider der Angelshop. Zu meiner Fishingtour bin ich nicht mehr gekommen, habe mir aber dafür viel Gelächter eingefangen, da ich ständig wie ein Idiot hingerannt bin. Wir verbrachten knapp eine Woche an diesem Strand und die beiden Touristinnen wurden richtig gute Freunde und wir sind es bis heute geblieben. Wir treffen uns heute noch Desöfteren und stehen in regelmäßigem Kontakt. Die beiden sind aus unserem Freundeskreis nicht mehr weg zu denken. Für meine Frau war diese Woche ihr persönliches Highlight und auch ich war noch nie so entspannt wie nach dieser Woche.

Am letzten Tag frühstückten wir nochmal alle zusammen, verabschiedeten uns und nahmen gleich morgens die Fähre nach Koh Samui.


Fortsetzung folgt……..

Ein Gedanke zu „Koh Phangan

  1. Es war sooo schön dort mit euch!! Eigentlich sind die Zwillinge doch nächstes Jahr bereit für einen gemeinsamen Thailand Urlaub ;-)??
    Liebste Grüße von Touristin Nr.1 ?

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