Behörden und andere Schwierigkeiten

Seit einem halben Jahr gehen unsere 2 in die private Krippe und wir sind wirklich glücklich damit. Die Kinder haben Spaß und lernen auch unglaublich viel. Leider nimmt diese Krippe die Kinder nur bis zum zweiten Lebensjahr, da die Kinder dann zu alt werden und nicht mehr gut genug gefördert werden können, was ich wirklich gut nachvollziehen kann.

Zu unserem Glück besteht ab dem zweiten Lebensjahr eine gesetzliche Pflicht für einen Kitaplatz, was zu unserem Pech noch lange nicht bedeutet, dass wir den auch bekommen. Ein halbes Jahr hätten wir noch Zeit, fragten aber dennoch vorsichtig nach, wie unsere Chancen stehen, einen Kitaplatz zu bekommen. Da wir einen privaten Krippenplatz haben und uns nicht weiter gemeldet hatten, wurden wir aus der Liste herausgenommen in der Annahme, dass wir keinen Kitaplatz mehr brauchen, so unsere Gemeinde.

Jetzt waren wir geschockt, wir müssen also unsere Kinder komplett neu anmelden und stehen in der Warteliste wieder ganz hinten. Wir verstanden die Welt nicht mehr, suchten 2 mal den Bürgermeister auf. Er versprach uns sich darum zu kümmern und sich dann bei uns zu melden. Leider meldete er sich nicht. Auf Nachfrage meinte er, er hätte die falsche Nummer. Die Sekretärin teilte uns dann mit, dass wir nur noch mit Termin vorbei kommen sollten. Ein Anruf und frage nach einem Termin kam dann die Antwort, er ist im Urlaub. 2 Monate später das gleiche Spiel. So nahmen wir uns eine Anwältin zu Rate. Wir suchten einen Anwalt für Familienrecht, doch Kita-Angelegenheite laufen grundsätzlich unter dem Verwaltungsrecht.

Unser Anwalt pochte darauf, dass wir einen Anspruch haben auf einen Vollzeitplatz. Er kontaktierte das zuständige Jugendamt und unserem Bürgermeister, etwas Schriftliches bekamen wir nicht. Ich versuchte ihn anzurufen, war aber kaum zu erreichen. Wir zweifelten nicht nur, sondern langsam verzweifelten wir. Ich suchte Rat beim Kinderschutzbund, die uns dann über die gesetzliche Lage in Rheinland Pfalz kompetent aufklärte und dies entsprach nicht dem, was unser Anwalt uns gesagt hatte. Ich war sauer, versuchte unseren Anwalt zu kontaktieren, leider ohne Erfolg. Zur gleichen Zeit hatte meine Frau einen Termin beim Jugendamt, wo sie erfuhr, dass das Jugendamt nie etwas von unseren Anwalt gehört hatte. Ich war sauer.

Da ich ihn am Telefon nicht erreichte, fuhr ich also in ihre Kanzlei. Natürlich war niemand vor Ort, so ging ich zu seiner privaten Wohnung. Ich klingelte und ein Mann kam heraus. Freundlich erkundigte ich mich, ob ich denn mit unseren Anwalt sprechen könnte, woraufhin er mir sagte, er sei nicht da. Natürlich nicht. Auf dem Rückweg rief ich in seiner Kanzlei an und sprach auf seine Mailbox, dass ich seinen Rückruf erwarte oder ich mich gezwungen sähe, ihn bei der Anwaltskammer zu melden. Eine Woche später kam ein Brief von unseren Anwalt, in dem stand, dass er alles nach bestem Gewissen getan und uns den Schriftverkehr geschickt hätte. Nur bekommen hatten wir leider nichts. Der nächste Absatz war noch besser, wo zu lesen war, dass ich Anrufe und Besuche in seiner privaten Wohnung unterlassen solle, da er sich dadurch bedroht fühlte. Wir fielen vom Glauben ab.

Kurze Zeit später, bekamen wir eine Zusage für die Kitaplätze, allerdings nur Teilzeit. Die Zeiten wären dann von 08 – 12 Uhr, wir müssten sie dann abholen und könnten sie dann von 14 – 16 Uhr wieder hinbringen. Wir arbeiten beide von 07:00 – 16:30 Uhr, eine Tagesmutter war für zu überbrückende Zeit auch nicht in Sicht, so resignierte ich und beschloss, mich arbeitslos zu melden. Aber mit einem Teilzeit-Kita-Platz bekommt man auch nur Teilzeit-Arbeitslosengeld, da man dem Amt nicht jederzeit zur Verfügung steht.

In der darauffolgenden Woche ging ich also zum Arbeitsamt und suchte das Gespräch. Ich fühlte mich unwohl. Ich meldete mich an der Anmeldung und registrierte mich. Anschließend ging es dann weiter ins nächste Abteil. Ich erzählte der Mitarbeiterin alles, worauf sie die Leiterin des Amtes holte. Nun wurde ich erst einmal aufgeklärt, dass ich das Arbeitslosengeld nicht komplett bekomme, sondern nur für die Zeit, in der meine Kinder einen Platz in der Kita hätten. Zudem würde ich eine dreimonatige Sperre bekommen, da keine vorhandene Kinderbetreuung kein triftiger Grund wäre, um seine Arbeit aufzugeben!!! Ich fragte sie natürlich was ich denn in der Zeit mit den Kindern machen sollte, worauf sie natürlich keinen Rat wusste. Das ganze Gespräch lief ruhig und sachlich ab, so konnte ich es den Mitarbeiterinnen anmerken, dass es ihnen wirklich leid tat, aber sie so handeln mussten.

Verzweifelt fragten wir nun bei unserer Krippe nach, ob wir den jetzigen Platz nicht noch ein wenig verlängern könnten. Sie waren so kulant und freundlich und verlängerten die Plätze um weitere 4 Monate. Die Teilzeitplätze der Kita mussten wir absagen, da es wirklich keinen Sinn machte. Zudem wollten wir unseren Kinder nicht zumuten, die 2h Teilzeitunterbrechung, noch bei einer Tagesmutter verbringen zu müssen. Das man die Kinder an einem Tag 4 mal hin- und herschiebt, kann ja auch nicht im Sinne des Erfinders sein! Wenigstens konnten wir ein wenig Zeit herausschlagen, um einen geeigneten Platz für unsere Kinder zu finden, ob das dann klappte, könnt ihr im nächsten Beitrag lesen.

Euer Sven

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